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Jahresempfang 2019 BDA Berlin

11. April 2019

Rainer Gollmer
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Mehr Stadt wagen! Der BDA Jahresempfang 2019 im taz-Neubau

Mit dem erst vor wenigen Monaten eingeweihten taz-Neubau von E2A Architekten Piet und Wim Eckert (Zürich) hatte der Bund Deutscher Architekten, Landesverband Berlin e.V.  auch in diesem Jahr wieder einen beeindruckenden Rahmen für seinen traditionellen Jahresempfang gewählt. Rund 200 Gäste zog die Veranstaltung, mit der der BDA Berlin neben der Würdigung der neu in den Verband berufenen Mitglieder stets auch stadtentwicklungspolitische Akzente setzen will, am 7. April in die südliche Friedrichstadt, darunter neben BDA-Kolleg*innen Gäste aus der Politik, der Immobilien- und der Baubranche.

Auch mit Blick auf den gewählten baupolitischen Schwerpunkt bot das erst vor wenigen Monaten eingeweihte Haus im vielfach gelobten „Kreativquartier am ehemaligen Blumengroßmarkt“ einen denkwürdigen Kontrast zu den kritischen Ausblicken der Redner auf die gegenwärtige Stadtentwicklungspolitik.

Rainer Gollmer
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Jahresempfang BDA Berlin im taz-Neubau

Zunächst gab taz-Mitbegründer und Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch Einblicke in die Besonderheiten und Widrigkeiten rund um das Entstehen des neuen Hauses für die taz, die auch mancherlei Abgründe überbordender Bauvorschriften und anderer Absurditäten offenbarten.

Rainer Gollmer
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Karl Heinz Ruch, Geschäftsführer taz

Der Hauptredner des Tages, der ehemalige Stadtentwicklungssenator und ehemalige Landeschef der SPD Peter Strieder lobte das neue Quartier in seinem Vortrag Mehr Stadt wagen – Anmerkungen zur Stadtentwicklungspolitik (Download s. unten) dann auch als „gutes Beispiel dafür, welche Veränderung Stadtentwicklung heute leisten kann und muss“. Das Beispiel Blumengroßmarkt, so Strieder, sei allerdings „leider die Ausnahme in einer Stadtentwicklung, die „zum Streit über Mieten, Vorkaufsrechte und Enteignung verkommen“ sei.

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Peter Strieder, Senator a. D.

Peter Strieder stellte im Folgenden seine Analyse der Versäumnisse des Berliner Senats im Umgang mit Bevölkerungszuwachs, zunehmender Wohnungsknappheit und steigenden Mieten dar, aber auch seine Vision einer „offenen“ Stadt, welche den unterschiedlichen Anforderungen seiner jetzigen und seiner künftigen Bewohnerinnen und Bewohner gerecht wird. „Berlin hat genügend Fläche, es fehlt an politischen Entscheidungen“, so Strieder, und schloss mit einem Plädoyer für eine Stadtentwicklung, die sich eine neue Freiheit erkämpft „für neue Dichte, neue Formen, neue Eigentumsverhältnisse, neue Materialien“.

Bereits zuvor hatte der Vorsitzende des BDA Berlin Andreas R. Becher in seinem Beitrag zur „Nicht-Stadtentwicklung“ dazu aufgerufen die Potentiale, die mit der nach wie vor großen Anziehungskraft Berlins einhergingen, zu nutzen und neue Wege einzuschlagen – z.B. durch Entschlackung der rigiden Bauvorschriften, Umwidmung ehemaliger Gewerbegebiete für den Wohnungsbau, Konzeption von „Gartenstädten“ in Kleingärten, Entwicklung der Stadt über die Berliner Traufhöhe hinaus und vieles mehr. Mit Blick auf die aktuelle kontroverse Diskussion um das Volksbegehren „Deutsche Wohnen und Co. enteignen“ wendete sich Andreas Becher – wie auch Peter Strieder – klar gegen eine Verstaatlichung privater Immobilien: Dies würde Ausgaben in Milliardenhöhe erfordern und keine einzige Wohnung neu schaffen – im Gegenteil.
Das Potential für Wohnungsbau innerhalb der Stadtgrenzen sei nach wie vor enorm. Voraussetzung sei aber, dass die Politik sich klar dazu bekenne und auch gegen Partikularinteressen die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffe, damit die in großer Zahl benötigten bezahlbaren Wohnungen auch tatsächlich gebaut würden.

Einen positiven Ausblick bot im Anschluss die feierliche Begrüßung der neu in den BDA Berlin berufenen Mitglieder. Im Rahmen der Vorstellung der 11 Architektinnen und Architekten – darunter auch der Architekt des Hauses Piet Eckert von E2A Piet und Wim Eckert Architekten (Zürich) – wurden ausgewählte Beispiele ihres Schaffens vorgestellt, welche die herausragende Qualität des Werkes der neuen BDA-Kolleginnen und Kollegen unterstrichen: Constantin von der Mülbe (BvdM Architekten, Peter Tschada  und Anna Weber (Orange Architekten), Roland Duda (O&O Baukunst), Florian Geddert (Plus 4930 Architektur), Marc Dufour-Feronce und Andreas Reeg (rundzwei Architekten), Pia Maier Schriever (Rustler Schriever Architekten PartG mbB), Prof. Joachim Schultz-Granberg (Studio Schultz Granberg), Saskia Hebert (subsolar* architektur & stadtforschung).

Mit der Berufung von Niklas Maak zum außerordentlichen Mitglied würdigte der BDA schließlich den vielfach ausgezeichneten Architekturkritiker und Autor für sein Schaffen und Engagement für die Baukultur.

Die BDA Galerie zeigt bis 26. Mai 2019 die Ausstellung NEU IM BDA mit Arbeiten der neuen Mitglieder.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Lesen Sie dazu auch eine Zusammenfassung zum Jahresempfang von Claus Käpplinger hier und im Downloadbereich.

Rainer Gollmer
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BDA Berlin Jahresempfang im taz-Neubau von E2A Piet Eckert und Wim Eckert Architekten
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taz, Panorama 6.OG
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Karlz-Heinz Ruch, Mitbegründer und Geschäftsführer der taz
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Peter Strieder, Senatsbaudirektor a.D.
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Thomas Kaup, Dr. Niklas Maak, Andreas R. Becher
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Brigitte Kochta, Piet Eckert, Andreas R. Becher
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Patrik Dierks, Marc Dufour-Ference, Andreas Reeg, Andreas R. Becher
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Patrik Dierks, Saskia Hebert, Andreas R. Becher
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Laura Foagrasi-Ludloff, Joachim Schultz-Granberg, Andreas R. Becher
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Laura Fogarasi-Ludloff, Pia Maier Schriever, Andreas R. Becher
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Mark Randel, Florian Geddert, Andreas R. Becher
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Carsten Wiewiorra, Constantin von der Mülbe, Andreas R. Becher
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Carsten Wiewiorra, Roland Duda, Andreas R. Becher
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Anne Lampen, Anna Weber, Peter Tschada, Andreas R. Becher
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Neu in den BDA Berlin berufene Mitglieder
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Empfang auf der Dachterrasse der taz
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Karl-Heinz Ruch bei der Führung durch den taz-Neubau
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Konferenzraum der taz
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Neubau von E2A Piet Eckert und Wim Eckert Architekten

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